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Solarthermie

Verbraucherzentrale Bundesverband kritisiert Hersteller und Handwerk

Ein großer Teil der derzeit in Deutschland installierten thermischen Solaranlagen funktioniert gar nicht oder nur eingeschränkt. Das ist das zentrale Ergebnis einer Marktuntersuchung des Verbraucherzentrale Bundesverbandes. Dessen Energieberatung bietet deutschlandweit sogenannte Solarwärme-Checks an und hat die Ergebnisse von 1.800 Checks zusammengefasst.

Die Liste der Defizite, welche die Energieberater zusammengetragen haben, ist lang: Sieben Prozent aller thermischen Solaranlagen leisten keinerlei Beitrag zu Heizung oder Warmwasserbereitung – sie sind defekt, oft ohne dass ihre Besitzer es merken. In diesen Fällen springt dann das Gasbrennwertgerät beziehungsweise ein anderes Heizgerät an und treibt die Brennstoffrechnung weiter in die Höhe. Bei der Hälfte der Anlagen gibt es technische Probleme. Beispielsweise sind Regler schlecht eingestellt oder Schwerkraftbremsen funktionieren nicht, was zu Fehlzirkulationen führt und einen Teil des Solarertrags vernichtet. Bei zwei von drei Anlagen kann deren Effizienz nicht mit den vorhandenen Einrichtungen überprüft werden, da kein Wärmemengenzähler eingebaut wurde. Für mehr als die Hälfte der Anlagen liegen keine Dokumentationsunterlagen vor. Damit wird eine nachträgliche Optimierung durch den Fachmann schwierig, manchmal gar unmöglich. Darüber hinaus genügt die Mehrzahl der Anlagen nicht den gesetzlichen Anforderungen an die Dämmung von Leitungen und Armaturen. Damit geht im System unnötig viel Wärme verloren. Und in zwei Dritteln der untersuchten Fälle haben die Besitzer keinen Wartungsvertrag abgeschlossen. Störungen oder Totalausfälle werden damit oft spät bemerkt.

Tatsächlich wurden die Betreiber der Anlagen vor dem Check nach ihrer Zufriedenheit befragt: Vier von fünf Betreibern waren mit ihrer Anlage zufrieden oder bewerteten sie noch positiver.

Tipps für Verbraucher:

  • Lassen Sie Ihre thermische Solaranlage als Gesamtsystem optimieren und das regelungstechnische Zusammenspiel mit der Heizung überprüfen. Informationen zum Solarwärme-Check gibt es auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de oder unter der kostenfreien Rufnummer 0800-809802400. Der Check kostet den Verbraucher 40 Euro.
  • Fordern Sie Dokumentationsunterlagen vom Ersteller der Anlage an.
  • Schließen Sie einen Wartungsvertrag ab.
  • Lassen Sie bei einer Neuanlage einen Wärmemengenzähler einbauen und die Effizienz während der Gewährleistungsfrist überprüfen.