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Jahresgutachten des Sachverständigenrates

Keine schnellen Lösungen in der Wohnungspolitik

In seinem Jahresgutachten 2018/2019 hat der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in einem eigenen Kapitel zur Wohnungspolitik mögliche Risiken für die Finanzstabilität und die sozialen Strukturen unserer Städte thematisiert.

Die Wirtschaftsweisen schließen angesichts des Preisdrucks in den Ballungszentren Übertreibungen nicht aus. Sie sehen jedoch keine akuten Risiken, da die Entwicklung des Angebots noch hinter der Nachfrage zurückbleibt und sich Kredite und Verschuldung moderat entwickeln.

Crash am Immobilienmarkt vorbeugen
Allerdings warnen die Sachverständigen bei einem Preisverfall der Immobilien vor spürbaren Verlusten bei Banken und dem Risiko für Zinsänderungen. So empfehlen sie, einem Crash vorzubeugen und durch gezielte Maßnahmen die Widerstandsfähigkeit des Finanzsystems als Ganzes zu erhöhen. Dazu gehören beispielsweise zusätzliche Kapitalanforderungen für Banken oder Mindestanforderungen bei der Vergabe von neuen Immobilienkrediten.

Mietpreisbremse abschaffen, Wohngeld reformieren
Die fünf Wirtschaftsweisen sprechen sich nachdrücklich für die Abschaffung der Mietpreisbremse aus. Sie biete nur eine „begrenzte Symptomtherapie“ für Personen, denen es gelingt, eine Wohnung zu erlangen. Wohnungssuchende blieben außen vor, das grundliegende Problem – dass eine steigende Wohnungsnachfrage auf ein begrenztes Angebot trifft – bleibe ungelöst. Als zielführenderen Ansatz empfiehlt der Sachverständigenrat das Wohngeld. Die angekündigte Reform müsse dringend angepackt werden.