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Statistisches Bundesamt

Neue Berechnungsmethode zeigt: Mieten steigen bei privaten Eigentümern am wenigsten

Im Jahr 2018 stiegen die Mieten der privaten Kleinvermieter weniger als die Mieten von öffentlichen Trägerschaften/Wohnungsgenossenschaften und von privaten Wohnungsunternehmen. Das belegen neue Zahlen des Statistischen Bundesamts.

Die Bundesbehörde hatte im Zuge der Umstellung des Verbraucherpreisindex auf ein neues Basisjahr – von 2010 auf 2015 – methodische Veränderungen vorgenommen und unter anderem die Mietenstichprobe grundlegend überarbeitet. Sie wird nun erstmals auch nach Vermietertypen und nach Kreistypen differenziert. Bislang wurden Wohnobjekte nur nach Wohneinheit (Wohnung, Einfamilienhaus), Baujahr (bis 1948/ab 1949), Größe (bis/über 70 Quadratmeter) und Bundesland unterteilt.

Vermietertypen
Auf Basis der Ergebnisse der Gebäude- und Wohnungszählung (GWZ) im Rahmen des Zensus wird nun zwischen privaten Kleinvermietern, öffentlichen Trägerschaften/Wohnungsgenossenschaften sowie privaten Wohnungsunternehmen unterschieden. Die Differenzierung zeigt: Kleinvermieter haben die Mieten seit 2015 um rund vier Prozent erhöht, die privaten Wohnungsunternehmen dagegen um sechs Prozent.

Da die privaten Kleinvermieter etwa 66 Prozent aller Mietwohnungen stellen, wirkt sich die neue Differenzierung auch auf das Gesamtbild aus. Darin waren die Kleinvermieter bislang unterrepräsentiert. Werden sie nun entsprechend ihrer Bedeutung auf dem Markt bei der Ermittlung des Mietenindex gewichtet, so fallen die Mietpreissteigerungen geringer aus als bislang für die Jahre 2015 bis 2018 berechnet.

Beispielsweise stiegen die Mieten im Jahr 2017 nach der neuen Berechnungsmethode auf der Basis 2015 um 1,4 Prozent. Die bislang übliche Berechnungsmethode auf der Basis 2010 hatte einen Mietenanstieg um 1,6 Prozent ergeben.

Kreistypen
Bisher wurde die Mietenstichprobe bereits nach Bundesländern unterteilt. In Anlehnung an die Kreistypengliederung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung werden nun nach ihrer Besiedlungsdichte vier Kreistypen unterschieden – kreisfreie Großstädte, städtische Kreise, ländliche Kreise mit höherer Dichte sowie dünnbesiedelte ländliche Kreise. Auch diese Differenzierung lässt deutliche Unterschiede in der Mietpreisentwicklung erkennen: Je stärker eine Region besiedelt ist und je stärker die Nachfrage in einer Region ist, desto stärker stiegen in den vergangenen Jahren auch die Mieten. Die Gewichtung der vier Kreistypen offenbart, dass nur gut ein Viertel der Mietausgaben in ländlichen Regionen getätigt werden. Der Rest der Mietausgaben teilt sich etwa gleich auf kreisfreie Großstädte und städtische Kreise auf.

Blick in die Zukunft
Die methodischen Veränderungen sorgen dafür, dass die Mietpreisentwicklung insgesamt wesentlich genauer abgebildet und die Repräsentativität verbessert werden. Damit erlauben sie künftig detaillierte Aussagen zur Mietpreisentwicklung und gewinnen so zusätzlich an Wert für die Wohnungspolitik.